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” SIN RECUERDOS NO HAY MEMORIA” Rauminpuls

Ixil, Öl und Ölkreide auf Leinwand, 130×150 cm, 2019

SOFT OPENING
am Freitag, 7. Mai 2021, von 15 bis 19 Uhr
Stadtgalerie, Oberer Stadtplatz 32, 3340 Waidhofen/Ybbs
Ausstellung kuratiert von Guilherme Pires Mata
Ausstellung geöffnet von 8. Mai bis 30. Mai 2021
Fr 16–19 Uhr, Sa 10–13 Uhr, So 15–18 Uhr

SIN RECUERDOS NO HAY MEMORIA
Carlos Perez

Die Arbeit des aus Guatemala stammenden und in Wien lebenden Malers  Carlos Perez ist ein Synonym für zynischen Realismus, der in visuellen Codes abweicht, um das Lebendige in der Gesellschaft auszudrücken. Das Leiden und die Kritik von Gesellschaften, die in figurative Gemälde übersetzt werden, drücken die Authentizität eines persönlichen Gefühls in Bezug auf die Art und Weise aus, wie der Mensch seinen Problemen begegnet.

Fasziniert von der unglaublichen Vielfalt des Lebens malt er seine magnetisierenden Bilder mit unruhiger Pinselführung, in expressiver Malweise und mit fast unbeschränkter Palette. Er kombiniert verschiedene Techniken wie Öl, Acryl und Spray um die charakteristische geheimnisvolle Stimmung seiner symbolischen Ensembles zu schaffen.

Ausstellungstext von Guilherme Pires Mata

Die neue Ausstellung von Carlos Perez in der Galerie raumimpuls, Sin Recuerdos no hay Memoria, schlägt eine Reflexion zwischen persönlichem und kollektivem Gedächtnis (Memoria) vor. Die Auswahl und Ausschnitte von anonymen Social Media Bildern werden durch seine neoexpressionistischen Gesten in neue Bilder übertragen, die die eingefangenen Kräfte von universellen Affekten im expressiven Effekt wiederspiegeln.

Affektive Expression und expressiver Effekt bilden die dialogischen Praxi seiner Malerei, welche zugleich Bild in Gedächtnisbild und Gedächtnisbild in Tafelbild umwandeln.

Perez‘ Bilder expressiven Effekts entstehen nicht nur aus der Kraft und Bewegung seiner Gesten, sondern auch von dem wechselnden Austausch der Basis der Farbe bei der Bildkomposition. Acryl, Acryllack, Öl, Ölkreide, Spraydose unter anderen, werden in ihrer Bindungsfähigkeit herausgefordert, so dass die Ausdifferenzierungen und Vermischung von sich nicht untereinander auflösenden Chemikalien eine der materiellen Charakteristiken der Farbekomposition ausmacht.

Die Vielheit der malerischen Techniken und die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der malerischen Gesten dialogisieren mit der konzeptuellen Reduktion von Hintergrund und Figur. Die Hintergründe sind oft abstrakte Muster und gehorchen manchmal nicht der klassischen Perspektive, während die Merkmale in den Gesichtern der Figuren auch zur Abstraktion tendieren, so dass Persönlichkeitsmerkmale suspendiert und als Frage gestellt sind.

Indem die menschlichen Figuren nicht mit spezifischer und erkennbarer Physiognomie gestaltet und die Hintergründe nicht deskriptive Räume sind, werden die Dialoge zwischen Bild und BetrachterInnen von Geheimnissen regiert. Da die Augen der Porträtierten kaum zu sehen sind, wird das in der Rezeption stattgefundene Spiel zwischen Identifikation und Entfremdung nicht nur von der okularen Konfrontation betrieben, sondern auch und vor allem von dem expressiven Effekt der Malerei und der affektiven Disposition der RezipientInnen.

Sin Recuerdos no hay Memoria fordert unsere Wahrnehmung heraus, zur Praxis des Nachforschens unserer individuellen Gedächtnisse in den sozialen Bildgedächtnissen, in den Bildern, die für jede und jeden aufgeteilt werden können.

Kunst und Wohnen: „Das Nest“ von Carlos Perez

Ein weiteres Highlight der Wohnhausanlage am Mondscheinweg ist das eigens für das Projekt im Rahmen der Initiative „Kunst und Wohnen“ angefertigte Kunstwerk des international renommierten Künstlers Carlos Perez, das sich auf den Lichtschutzwänden der beiden Stiegenhäuser befindet. Der aus Guatemala stammende Künstler entwarf für die eingangsseitigen Fassaden jeweils ein überlebensgroßes Motiv auf großen rechteckigen Lochblechtafeln, die sich über alle Stockwerke erstrecken: zwei Mädchen, die unter einem Schirm zusammenrücken, sowie ein Vogel, der seine Flügel ausbreitet.

„Was uns an diesem Kunstwerk von Carlos Perez im Rahmen des Wettbewerbs besonders gut gefallen hat ist, dass durch die Lochblechtafeln die beiden Stiegenhäuser nach außen begrenzt und gleichzeitig lichtdurchlässig und schattenspendend abgeschirmt werden. Hier gehen Ästhetik und Funktion also eine Symbiose ein, was sehr gut zu unserer Vision von Quality Living passt. Und natürlich stehen die beiden Motive auch sinnbildlich für die ‚Nestwärme‘, die die Bewohner hoffentlich in ihrem neuen Zuhause erleben werden,“ begründet Gerhild Bensch-König, Geschäftsführerin von Raiffeisen WohnBau, womit Perez die Fachjury des Wettbewerbs überzeugen konnte.

The Colibri
Mondscheinweg 4 – Mistelbach-Österreich
2020

Kinder Mit Regenschirm 
Mondscheinweg 2 – Mistelbach-Österreich
2020
Carlos Perez - The Colibri - Das Nest
The Place of the Deer, Kunst am Bau Projekt in Kooperation mit Dietrich Untertrifaller Architekten
Wien, Österreich
2019